Ratgeber
Echtes Gold erkennen
Ob Schmuck aus echtem Gold ist, zeigen Stempel, Magnet und Hausmittel nur als Hinweis, Gewissheit gibt erst eine fachliche Prüfung.

Ob eine Kette, ein Ring oder eine Münze aus echtem Gold ist, lässt sich zu Hause nur eingrenzen. Stempel, Magnet und Gewicht liefern brauchbare Hinweise, die meisten Hausmittel dagegen keine. Hier stellen wir sieben verbreitete Tests vor, die Hausmittel Essig, Zahnpasta und Biss als einen gezählt, und sagen ehrlich, was jeder beweist und was nicht.
Stempel lesen: Was die Punze verrät
Der erste Blick gilt der Punze, meist innen am Ring oder am Verschluss einer Kette. In Deutschland gibt es keine Pflicht zur Stempelung. Ist ein Feingehalt eingeschlagen, haftet der Verkäufer für die Angabe (Paragraf 7 Feingehaltsgesetz); eine staatliche Prüfung gibt es nicht, falsche Stempel sind aber bußgeldbewehrt (Paragraf 9 Feingehaltsgesetz). Schmuck darf in jedem Feingehalt gestempelt werden, angegeben in Tausendteilen wie 333, 375, 585 oder 750.
Eine Punze ist deshalb ein Hinweis, kein Beweis. Stempel lassen sich fälschen, und die Zahl allein verrät nicht, ob sie auf massivem Gold steht oder auf einem vergoldeten Kern. Ein Herstellerzeichen daneben macht das Stück zuordenbar, echter wird es dadurch nicht.
Bestimmte Zusätze verraten eine Auflage: GP oder GEP steht für galvanisch vergoldet, HGE für eine dickere galvanische Schicht, GF, RGP oder Gold Overlay für eine mechanisch aufgebrachte Goldschicht, auf Deutsch Doublé. Auch ein Bruch wie 1/20 oder 1/40 vor der Karatzahl gehört dazu. Die Karatzahl in 14K GF oder 18K GP beschreibt nur die Auflage, nicht das Stück.
Wie wenig Gold darin steckt, zeigt eine Rechnung: Bei 1/20 14K GF ist ein Zwanzigstel des Metallgewichts 14-karätiges Gold, das sind rund 2,9 Prozent Feingold. Eine Kette mit 10 Gramm und dieser Angabe enthält also etwa 0,29 Gramm Feingold, eine massive 585er Kette gleichen Gewichts 5,85 Gramm.
Magnettest: Was er zeigt und was nicht
Gold ist nicht magnetisch. Zieht ein starker Magnet ein Stück deutlich an, besteht es nicht durchgehend aus Gold, sondern enthält Eisen, Stahl oder Nickel. Haftet es nicht, beweist das allerdings wenig: Auch Kupfer, Messing, Silber, Blei und Wolfram bleiben nicht am Magneten hängen. Ein Kühlschrankmagnet ist für den Test meist zu schwach.
Eine Ausnahme kennen viele Goldketten: Die Feder im Federring oder Karabiner ist oft aus Stahl und reagiert auf den Magneten, obwohl die Kette aus Gold ist. Das Feingehaltsgesetz lässt solche Federn bei der Feingehaltsangabe ausdrücklich außer Betracht.

Strich auf Keramik: ein Test, der Spuren hinterlässt
Reibt man ein Stück über die raue, unglasierte Unterseite einer Fliese, bleibt ein Strich zurück. Ist er goldfarben, ist zumindest die Oberfläche wahrscheinlich aus Gold; über das Innere und den Feingehalt sagt der Strich nichts. Ein dunkler Strich gilt im Handel als Hinweis auf unedles Metall.
Weil der Test Material abträgt und Kratzer hinterlässt, raten wir davon ab, gerade bei Erbstücken. Eine Vergoldung kann er ohnehin nicht von massivem Gold unterscheiden, solange der Strich nur die Auflage trifft.
Wassertest: Gold ist schwer
Gold gehört zu den dichtesten Metallen, und das lässt sich messen. Sie brauchen eine genaue Waage, ein Glas Wasser und einen Faden: Stück wiegen, das Wasserglas auf die Waage stellen und tarieren, das Stück am Faden ins Wasser hängen, ohne Boden und Wand zu berühren. Die Anzeige ist nun das Gewicht des verdrängten Wassers, und das Gewicht des Stücks geteilt durch diesen Wert ergibt die Dichte. Die Tabelle zeigt, wo die üblichen Feingehalte liegen.
| Punze (Stempel) | Karat | Dichte in g/cm³ |
|---|---|---|
| 999 | 24 | 19,3 |
| 916 | 22 | 17,61 bis 17,82 |
| 750 | 18 | 14,96 bis 15,45 |
| 585 | 14 | 13,02 bis 13,64 |
| 333 | 8 | 10,87 bis 11,58 |
Der Test taugt nur für massive Stücke mit glatter Oberfläche. Hohl gearbeiteter Schmuck, Luftblasen und eingesetzte Steine verfälschen das Ergebnis. Gegen einen Kern aus Wolfram hilft er gar nicht: Wolfram ist mit 19,25 g/cm³ fast genauso dicht wie Feingold. Bei Barren prüfen Fachleute deshalb zusätzlich mit Ultraschall oder über die elektrische Leitfähigkeit.
Essig, Zahnpasta und der Biss: Hausmittel ohne Beweiskraft
Der Essigtest beweist nichts. Gold reagiert nicht mit Essig, eine Vergoldung aber auch nicht; bleibt ein Stück im Essig unverändert, kann es also genauso gut vergoldet sein. Ähnlich ist es mit Zahnpasta, die nur über die Oberfläche reibt und über das Material darunter nichts verrät.
Auch der Biss auf die Münze taugt nicht. Legiertes Gold wie 585, 750 oder 22 Karat ist zu hart für Zahnabdrücke, weiches Blei hinterlässt dagegen welche. Das Risiko tragen Ihre Zähne und das Stück.
Strichprobe mit Prüfsäure: das Verfahren der Fachleute
Bei der Strichprobe wird das Stück über einen schwarzen Probierstein aus Kieselschiefer gestrichen, daneben ziehen Probiernadeln bekannter Legierung ihre Vergleichsstriche. Prüfsäuren lösen die unedlen Anteile, und wie die Striche darauf reagieren, zeigt den Feingehalt. Geübte erkennen so Unterschiede von zehn bis zwanzig Tausendsteln.
Auch die Strichprobe prüft zunächst nur die Oberfläche. Besteht der Verdacht auf eine Auflage, wird an einer unsichtbaren Stelle etwas Material abgefeilt und die frische Stelle geprüft. Prüfsäuren sind ätzend, der Test gehört deshalb in geübte Hände.
Röntgenfluoreszenz: schnell, zerstörungsfrei, mit einer Grenze
Ein Röntgenfluoreszenzgerät, kurz RFA oder XRF, bestimmt in Sekunden, welche Metalle in welchem Verhältnis enthalten sind, und beschädigt das Stück nicht. Es misst aber nur die Oberfläche bis etwa 15 bis 20 Mikrometer Tiefe. Eine übliche Vergoldung ist nur 1 bis 3 Mikrometer dünn, das Gerät erfasst dann das Metall darunter mit. Eine gezielt aufgebrachte, dickere Goldschicht kann dagegen ein höheres Karat vortäuschen, und einen Kern aus Wolfram erkennt es nicht.
Fachleute verlassen sich deshalb nicht auf ein einziges Verfahren. Sie kombinieren die Messung mit Gewicht, Maßen und Dichte und feilen bei Verdacht an einer verdeckten Stelle an, um darunter erneut zu messen.
So prüfen wir Ihr Gold in Nordhorn
In unserem Geschäft in Nordhorn prüfen wir jedes Stück kostenlos und vor Ihren Augen. Zuerst sehen wir uns Punze und Herstellerzeichen unter der Lupe an und halten den Magneten daran, dann messen wir mit dem Röntgenfluoreszenzgerät. Bei Verdacht auf eine dicke Auflage ergänzen wir die Messung um eine Dichteprüfung oder die Strichprobe auf dem Prüfstein. Gewogen wird auf der geeichten Waage.
Sie sehen jedes Ergebnis mit, bevor über Geld gesprochen wird. Stellt sich ein Stück als vergoldet heraus, erfahren Sie das ohne Umschweife und nehmen es wieder mit. Ist es echt, nennen wir Ihnen den Tageswert, und Sie entscheiden in Ruhe, ob Sie verkaufen.
