Lexikon
Vergoldet oder massiv
Vergoldete und versilberte Stücke tragen nur eine dünne Edelmetallschicht und haben deshalb kaum Materialwert.
Vergoldet heißt: Auf einem Kern aus Messing, Kupfer oder Silber liegt eine hauchdünne Goldschicht. Galvanische Vergoldungen sind oft nur wenige Zehntel Mikrometer stark, das sind Bruchteile eines Milligramms Gold pro Stück. Für den Ankauf bleibt davon praktisch nichts übrig.
Doublé, auch gold filled genannt, ist die dickere, aufgewalzte Variante aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sie hält deutlich länger als eine Galvanik, ist aber ebenfalls kein Massivgold. Typische Kennzeichen sind Angaben wie Doublé, plaqué or, 1/20 12K G.F. oder eine Mikronangabe wie 20 Mikron.
Beim Silber ist es dasselbe Prinzip: Stempel wie 90, 100 oder 120 auf Besteck stehen für die Menge Feinsilber in Gramm, die auf 24 Teile aufgetragen wurde. Massivsilber trägt dagegen 800, 835, 925 oder 999. Ein einzelner versilberter Löffel enthält oft weniger als vier Gramm Silber.
Beispielrechnung: Auflage gegen Massivware
Ein massiver 585er Ring mit 5 Gramm trägt bei 120,00 € pro Gramm Feingold einen Materialwert von 351,00 € und bringt 315,90 bis 333,45 € Auszahlung.
Ein optisch gleicher vergoldeter Ring enthält vielleicht 0,01 Gramm Gold, also rund 1,20 €. Bei versilbertem Besteck sieht es ähnlich aus: 90 Gramm Auflage auf 24 Teile sind bei 1,20 € je Gramm Feinsilber 108,00 € für den kompletten Satz, und davon lässt sich technisch nur ein Teil zurückgewinnen.
Wie wir das in Nordhorn unterscheiden
Wir prüfen in Nordhorn zuerst mit dem Magneten und der Lupe, dann per Messgerät. Eine Röntgenfluoreszenzmessung erkennt eine dünne Auflage daran, dass unter der Oberfläche ein anderes Metall sitzt. Bei dickeren Auflagen hilft zusätzlich eine Dichteprüfung.
Wenn ein Stück nur vergoldet ist, sagen wir das offen und Sie nehmen es einfach wieder mit. Das ist uns lieber als ein Pauschalangebot, das später niemand nachrechnen kann. Die Prüfung kostet Sie nichts, auch wenn am Ende kein Ankauf steht.