Ratgeber
Goldpreis und Tagespreis verstehen
Wie der Goldpreis entsteht, was Spotpreis und Ankaufsquote bedeuten und wie Sie den fairen Tageswert Ihres Edelmetalls berechnen.
Der Goldpreis erscheint vielen wie eine Blackbox, dabei lässt sich der faire Ankaufswert klar nachvollziehen. In diesem Ratgeber erklären wir, wie Spotpreis, Feinunze und Ankaufsquote zusammenspielen und wie Sie selbst den Tageswert berechnen.
Wie entsteht der Goldpreis?
Der Goldpreis wird an internationalen Börsen gebildet und laufend pro Feinunze (31,1035 Gramm) notiert, überwiegend in US-Dollar. Angebot, Nachfrage, Zinsen, Wechselkurse und das Wirtschaftsklima bewegen ihn täglich. Aus dem Unzenpreis ergibt sich durch Division der Grammpreis, aus dem Grammpreis über den Feingehalt der Materialwert Ihres Stücks.
Weil in Deutschland in Euro abgerechnet wird, wirkt der Dollarkurs doppelt: Ein steigender Goldpreis kann durch einen schwächeren Dollar teilweise aufgezehrt werden und umgekehrt. Deshalb lohnt der Blick auf den Europreis pro Gramm, nicht auf Schlagzeilen über Dollarnotierungen.
Vom Spotpreis zum Auszahlungsbetrag
Der Spotpreis ist die Basis. Davon wird eine Ankaufsquote ausgezahlt, bei uns bis zu 97 % vom Spot. Der konkrete Wert Ihres Stücks ergibt sich aus Spotpreis pro Gramm multipliziert mit dem Feingehalt und dem Feingewicht, danach wird die Quote angewendet.
Ein Rechenbeispiel: Bei 120,00 € pro Gramm Feingold und einem 585er Posten mit 40 Gramm sind das 23,4 Gramm Feingold, also 2.808,00 € Materialwert. Bei 90 bis 95 % ergibt das 2.527,20 bis 2.667,60 €. Mit unserem Rechner sehen Sie denselben Weg mit dem echten Tageskurs.
Warum Angebote so unterschiedlich ausfallen
Zwei Angebote für denselben Posten können weit auseinanderliegen, ohne dass eines davon falsch gerechnet wäre. Die Gründe sind fast immer dieselben: ein anderer zugrunde gelegter Kurs, ein anderer angenommener Feingehalt, unterschiedliche Abzüge für Steine und Fremdteile oder schlicht eine andere Quote.
Vergleichbar werden Angebote erst, wenn alle vier Angaben offenliegen. Fragen Sie deshalb überall nach Kurs, Feingehalt, Feingewicht und Quote. Wer diese vier Zahlen nicht nennt, macht den Vergleich unmöglich, und das ist selten ein Zufall.