Lexikon
Feingewicht
Das Feingewicht ist die Menge reinen Edelmetalls in einem Stück, das Bruttogewicht dagegen alles, was auf der Waage liegt.
Das Bruttogewicht ist das, was die Waage anzeigt, wenn ein Stück komplett darauf liegt: Edelmetall, Zusatzmetalle, Steine, Verschlüsse, Kittfüllungen und Stahlteile. Das Feingewicht ist davon nur der Anteil reinen Edelmetalls, und genau dieser Anteil wird bezahlt.
Zwischen beiden steht der Feingehalt. Feingewicht ist Bruttogewicht multipliziert mit dem Feingehalt, nachdem alles abgezogen wurde, was kein Edelmetall ist. Bei einer schlichten Kette liegen beide Zahlen nah beieinander, bei einem Ring mit großem Stein liegen Welten dazwischen.
Typische Abzüge sind Edelsteine und Perlen, Federringe und Karabiner aus Stahl, Uhrwerke und Gläser, Messerklingen sowie die Kitt- oder Harzfüllung in schweren Besteckgriffen. Bei gefüllten Griffen macht die Füllung häufig mehr als die Hälfte des Gewichts aus.
Beispielrechnung: Brutto gegen Fein
Ein Ring wiegt brutto 9 Gramm, davon entfallen 2 Gramm auf einen Stein. Es bleiben 7 Gramm Metall in 585, also 4,095 Gramm Feingold. Bei 120,00 € pro Gramm Feingold sind das 491,40 € Materialwert.
Wer mit dem Bruttogewicht von 9 Gramm rechnet, kommt auf 631,80 € und wundert sich später über die Differenz. Ausgezahlt werden 90 bis 95 % vom korrekt ermittelten Materialwert, hier also 442,26 bis 466,83 €.
Wiegen und abziehen in Nordhorn
Wir wiegen in Nordhorn auf einer geeichten Waage, und Sie stehen daneben. Jeder Abzug wird benannt, bevor er gemacht wird: Das ist der Stein, das ist der Stahlverschluss, das ist die Füllung im Griff. Nichts davon verschwindet stillschweigend in einer Pauschale.
Steine, die Sie behalten möchten, lösen wir auf Wunsch heraus und geben sie Ihnen mit. Bei Erbstücken ist das häufig gewünscht, und es ändert am Materialwert des Goldes nichts, weil der Stein ohnehin nicht mitbezahlt wird.
Bei Uhren gilt dasselbe Prinzip. Ein Gehäuse aus massivem Gold wird nach Abzug von Werk, Glas und Stahlteilen gewogen, ein Armband getrennt davon. Erst diese Trennung macht aus einem Bruttogewicht eine Zahl, mit der sich rechnen lässt.